Children’s Climate Prize 2019: Junge KlimaheldInnen gesucht!

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Ihr kennt eine Person, eine Gruppe oder Initiative, die sich in herausragender Weise für Klimaschutz und Umwelt engagiert? Dann könntet Ihr sie vorschlagen für den internationalen Children’s Climate Prize. Mit „children“ sind in diesem Fall nicht Kinder, sondern Jugendliche gemeint: Die Nominierten sind zwischen 12 und 17 Jahre alt. Ein schwedisches Unternehmen für erneuerbare Energien stiftet den Preis seit 2016 jährlich. Das Preisgeld wurde für 2019 auf 100.000 Schwedische Kronen aufgestockt, das sind derzeit knapp 9.500 Euro.

„Nobelpreis“ für Jugendliche

Der Preis erinnert ein wenig an den Nobelpreis, nur halt für Jugendliche. Die Perspektiven von Jugendlichen auf die Gestaltung der Zukunft sollen sichtbar gemacht und gewürdigt werden.  Die Preisverleihung wird in Stockholms Rathaus gefeiert, wo auch Veranstaltungen zum Nobelpreis stattfinden.

Zum Preis gehören außerdem die Children’s Climate Talks. Eine Jury wählt aus allen Nominierten fünf FinalistInnen. Die werden eingeladen und erhalten die Gelegenheit, ihre Ideen zu Umwelt- und Klimaschutz ausführlicher vorzustellen. Sie diskutieren untereinander und mit einflussreichen ExpertInnen.

Die Liga der Klimahelden

Erster Preisträger war 2016 Xiuhtezcatl Martinez, Umweltaktivist und Rapper. Mit 15 machte er in einer Rede zur Umwelt-und Klimapolitik vor den Vereinten Nationen darauf aufmerksam, dass die Existenz der jungen Generation auf dem Spiel steht. Mit zwanzig anderen Jugendlichen verklagte er die US-Regierung wegen ihrer Untätigkeit angesichts des Klimawandels.

2017 bekam Edgar Edmund aus Tansania den Preis. Er hatte die Idee, die Lösung von zwei Problemen miteinander zu verbinden. Während Baustoffe in Tansania nach einer Überschwemmung knapp waren, gab es gleichzeitig Tonnen von Plastikmüll. Er entwickelte eine  Maschine, die Kunststoff zu Baumaterial recycelt.

Eine andere Form des Müllrecyclings brachte 2018 dem dreizehnjährigen José Adolfo aus Peru den Children’s Climate Prize. Er gründete schon mit sieben Jahren eine Ökobank, bei der Kinder und Jugendliche nicht Geld, sondern recycelbaren Müll einzahlen. Den können sie in Produkte oder Geld umtauschen und so ihren Schulbesuch finanzieren.

Gretas Absage

Im letzten Jahr war auch die derzeit meistbeachtete Umweltaktivistin unter den FinalistInnen für den Preis, Greta Thunberg. Ihre Aussichten, den Preis zu erhalten, waren sicher hoch, aber sie lehnte die Teilnahme ab. Damit kritisierte sie die Tatsache, dass viele der FinalistInnen mit ihren BegleiterInnen per Flugzeug anreisen. Die Generation der Erwachsenen habe das Kohlenstoff-Budget ihrer Generation schon mitverbraucht, so Greta, das Fliegen sei nur noch in Notfällen vertretbar.

Das Unternehmen, das den Preis stiftet, stimmt Gretas Kritik sogar zu. Zugleich betonen die Preisstifter, es sei auch wichtig, dass junge UmweltschützerInnen von überall auf der Welt sich treffen könnten, sich gegenseitig ihre Ansichten und Ideen erläutern und der Öffentlichkeit präsentieren. Das sei in manchen Fällen nur per Flugzeug machbar.

Alles für den Klimaschutz

Greta Thunberg hat an anderer Stelle gezeigt, dass Treffen auch ohne Flugreisen möglich sind. Zum Weltwirtschaftsforum nach Davos reiste sie von Stockholm aus mit dem Zug. Eine Strecke von 2000 km. Für Treffen über Kontinente hinweg wird allerdings eine andere Lösung nötig sein. Wie wäre es zum Beispiel, das Treffen der FinalistInnen in dem vorgesehenen Festsaal als Videokonferenz und  deren Vorträge  per Hologramm zu planen? Wir meinen, auch ein solcher Auftritt würde starke Bilder für die Klimaschutzanliegen von Jugendlichen liefern.

Vielleicht sind ja Eure „KlimaheldInnen“ nicht so weit weg aktiv, dass eine Reise nach Stockholm zur klimatischen Gewissensfrage werden muss. Der Preis kann jedenfalls als Chance genutzt werden, um für das Umweltengagement von Jugendlichen mehr öffentliche Aufmerksamkeit zu bekommen.  Die wollen selbstverständlich, dass ihre politischen Forderungen gehört, ernst genommen und vor allem umgesetzt werden. Das kann nicht oft genug gesagt werden. Deshalb: Nominiert Eure FavoritInnen für den Children’s Climate Prize!

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