„Games For Change“: PC-Spiele mit Lerneffekt

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Computer Spiele sollen in erster Linie Spaß machen. Sie sind eine super Freizeitbeschäftigung und manchmal hängt man stundenlang an einer Aufgabe, einem Level oder an GegnerInnen fest. Ob Strategiespiele, Shooter, Rollenspiele oder Arcade-Spiele, das Angebot ist riesig. Es gibt aber auch ein Spielformat, von dem vielleicht noch nicht jede/r gehört hat. Dabei machen diese Spiele nicht nur Spaß, sie können sogar für Veränderungen in der Welt sorgen.

Die Idee

Das Unternehmen „Games For Change“ ermutigt seit 15 Jahren die Videospiel-Industrie dazu, Spiele zu entwickeln, die positive soziale Veränderungen herbeiführen sollen. Mit Hilfe dieser Spiele sollen die SpielerInnen lernen, die Gesellschaft in der sie leben ein bisschen besser zu machen. Dabei stehen Computer-Spiele häufig in der Kritik. Computerspielsucht soll von der Weltgesundheitsorganisation sogar als Krankheit aufgenommen werden. Gleichzeitig gibt es bereits eine Reihe von Spielen, die in der Medizin als Therapiemethode zum Einsatz kommen. Außerdem helfen sie in der Alzheimerforschung und der Psychotherapie bei der Behandlung von Traumata und Phobien. Games For Change hat sich auf insgesamt drei Bereiche spezialisiert, in denen Spiele entwickelt werden sollen: Neurogaming und Gesundheit, Gesellschaft und Soziales sowie Lernspiele und Extended Reality. Das Motto des Unternehmens lautet also ganz klar, die Veränderung der realen Welt durch Spiele voran zu treiben.

Das Festival

Nicht nur Deutschland hat mit der Gamescom ein riesiges Computerspiel-Fest, auch New York kann da ganz gut mithalten. Das „Games For Change Festival“ ist das größte Gaming-Event in New York City und präsentiert die größten und besten Spiele-Hersteller. Auf dem Festival gibt es nicht nur eine Menge Spiele zu sehen, sondern auch einige Vorträge zu hören oder Workshops zum mitmachen. Außerdem wird der „Games For Change Award“ an die Spiele vergeben, welche die höchste soziale Wirkung und den größten Lerneffekt erzielen. Der Preis wird in fünf verschiedenen Kategorien vergeben und zwar für das innovativste Spiel, das beste Gameplay, das beste Lernspiel, das Spiel mit dem größten Einfluss und für das Game of the Year.

Die Spiele

Damit Ihr einen besseren Eindruck davon bekommt, wie genau solche Computerspiele aussehen können, wollen wir Euch eines der Spiele näher vorstellen. Der große Gewinner des Festivals trägt den Titel Life is strange: Before the storm. Das Spiel räumte direkt zwei Preise ab, nämlich den für das Spiel mit dem größten Einfluss und den Game of the Year-Preis. Es handelt sich um ein 3D-Adventure Game, in welchem Ihr in die Rolle des lesbischen Teenager-Mädchens Chloe schlüpft, die ein Familientrauma verarbeiten und sich gleichzeitig mit ihrer ersten Liebe auseinandersetzen muss. Bei dieser Version handelt es sich um das Prequel von Life is strange. Es spielt also drei Jahre vor dem ersten erschienenen Spiel. In Life ist strange: Before the storm muss die Protagonistin Chloe sich, anders als die Hauptfigur im vorherigen Spiel, nicht mit übernatürlichen Fähigkeiten, sondern lediglich mit ihrer Schlagfertigkeit in Gesprächssituationen durch ihren Alltag kämpfen. In der Preview erfahrt Ihr noch mehr über das Spiel und könnt Euch einen ersten Eindruck verschaffen:


Sinn des Spiels ist es, dass junge Menschen ein besseres Verständnis für die Probleme homosexueller Jugendlicher entwickeln. Andere Spiele sollen beispielsweise die Sensibilität gegenüber Menschen mit Psychosen verbessern oder die Herausforderungen begreiflich machen, die Flüchtlinge meistern müssen. Außerdem sollen sie Flüchtlingskindern beim Spracherwerb helfen, sie sollen Bürger für Fake News sensibilisieren oder auch dabei helfen, die eigenen Emotionen zu kontrollieren. In der Medizin können diese Spiele beispielsweise Menschen mit Amputationen helfen, ihre Prothesen besser zu benutzen.

Computerspiele sind also nicht nur ein Zeitvertreib, sie können sogar richtig etwas bewirken. Sie können sowohl Menschen helfen, als auch Aufmerksamkeit erregen. Und dabei haben sie auch noch das Potential die Welt zu verändern. Wenn Ihr auf den Geschmack gekommen seid: probiert sie doch mal aus!

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