Mikroplastik – die unsichtbare Gefahr

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Der immens hohe Plastikverbrauch und dessen Bekämpfung gehört zu den wichtigsten Themen unserer Zeit. Der Kampf gegen die Strohhalme ist momentan groß im Kommen.  Seitens der EU gilt es, diese und andere Bestecke aus Kunststoff schrittweise zu verbieten. Wir, die VerbraucherInnen werden also dazu angehalten Alternativen zu finden. Trinkhalme aus Metall oder Glas könnt Ihr beispielsweise sogar mehrmals verwenden und sie sind genauso geschmacksneutral wie Plastik. Papier und Bambus sind zwar eher für den einmaligen Gebrauch geeignet, aber diese könnt Ihr guten Gewissens wegwerfen.

Die Plastiktüte dagegen gehört weitestgehend der Vergangenheit an oder wird Euch nur noch im Austausch gegen Bares über die Ladentheke gereicht. Stattdessen hält man jetzt lieber den Jutebeutel bereit und greift generell zu nachhaltigeren Methoden, um seinen persönlichen Verbrauch so gut wie möglich zu reduzieren. Unseren frisch gebrühten Kaffee oder Tee genießen wir ebenfalls lieber aus einem Becher von zu Hause.

Ihr kennt bestimmt die erschreckenden Bilder herumschwimmender Kunststoffreste in den offenen Meeren oder Euch sind auch schon unachtsam entsorgte Müllberge hierzulande aufgefallen. Es gibt allerdings eine weitere Form von Kunststoff, der wir unbedingt mehr Aufmerksamkeit schenken müssen, denn sie ist vielen von Euch wahrscheinlich noch nicht bekannt. Kleine Teilchen, die weniger als 5 mm groß sind, werden als Mikroplastik bezeichnet. Alles was größer und für unser Auge eher sichtbar erscheint, wird Makroplastik genannt. Dazu gehören eben auch Plastiktüten und Strohhalme. In Deutschland ist das Vorkommen von Mikroplastik wesentlich höher als das von Makroplastik. Drei Viertel des Gesamtaufkommens nehmen die mikroskopisch kleinen Teilchen ein. 330.000 Tonnen gelangen hier jährlich in den Organismus. Der Rhein gehört zu den am stärksten belasteten Flüssen weltweit. In der Rhein-Ruhr Region wurde die höchste Konzentration gemessen, der am dichtesten besiedelte Ort entlang des Flusses. Aber woher stammt das Mikroplastik eigentlich und was könnt Ihr tun, um den Verbrauch einzudämmen?

Wo kommt es vor?

Mikroplastik lauert in vielen Gegenständen, die uns alltäglich begegnen. Laut einer aktuellen Studie des Fraunhofer-Instituts nimmt der größte Anteil an der Gesamtmenge Deutschlands der Reifenabrieb von Autos ein. Durchs Fahren, Bremsen und Hitze (gerade im Sommer) nutzen sich die Reifen ab und der Regen sorgt dafür, dass die Kunststoffteilchen in der Gummimischung in die Kanalisationen geschwemmt werden. Aber auch wer nicht motorisiert unterwegs ist, kann sich nicht freisprechen. Schuhsohlen bewirken den gleichen Effekt, im Vergleich jedoch weniger gravierend. Eine weitere Hauptquelle stellen Peelings, Duschgels und Shampoos dar, die ebenfalls in den Abfluss gelangen. Kläranlagen schaffen es nicht die kleinen Partikel herauszufiltern, demzufolge schwimmen sie durch Seen und Flüsse bis ins Meer. Viele der gängigen Drogeriemarken verwenden Mikroplastik. Gerade in Peelings sorgen sie für den schmirgelnden, reinigenden Effekt.

Ebenso das Waschen synthetischer Kleidung hat zur Folge, dass die darin enthaltenden Kunststofffasern abgetragen werden und das Abwasser verschmutzt. Genauso wie das “sichtbare“ Plastik, zersetzen sich die Kleinteile nur sehr langsam und benötigen dafür mehrere hundert Jahre. Auf lange Sicht sind die Folgen kaum absehbar und Forschern noch unbekannt. Außerdem leidet die Tierwelt ebenfalls unter den Partikeln. Das ist vor allem den Schadstoffen geschuldet, die sich am Plastik anlagern können. Im Organismus untersuchter Fische wurden teilweise auch Rückstände festgestellt und somit nehmen wir das Mikroplastik durch unsere Nahrung auf. Der Kreis schließt sich.  Wir alle sind folglich auf irgendeine Weise davon betroffen und tragen leider dazu bei, dass die Schadstoffe in die Umwelt gelangen.

Was können wir dagegen tun?

Es sind vergleichsweise kleine Dinge, die wir unternehmen können, um die Verbreitung des Mikroplastiks einzuschränken. Überprüft Eure Kosmetika, denn dort lauert es in einigen Produkten. Das könnt Ihr übrigens ganz schnell über eine App nachchecken. Schaut mal bei Code Check oder Beat The Microbeads vorbei. In manchen Produkten, dabei vor allem in Peelings, werden sie bewusst zum Einsatz gebracht. Auf der sicheren Seite seid Ihr, wenn Ihr zu Naturkosmetika greift. Hier werden ausschließlich natürliche Zutaten verwendet. Unten stellen wir Euch auch ein kleines Rezept für ein eigenes Peeling vor, das super schnell und einfach hergestellt werden kann.

Beim Kauf Eurer Klamotten könnt ihr darauf achten, dass natürliche Stoffe verarbeitet werden, wie z.B. Baumwolle. Materialien wie Polyester, Elasthan oder Mikrofaser solltet Ihr demnach vermeiden.

Vielen Leuten ist das Thema Mikroplastik vielleicht noch nicht ganz geläufig. Macht sie doch darauf aufmerksam und gebt die neu gewonnenen Infos weiter!

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