Political Correctness – worum geht’s?

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Political Correctness ist ein Begriff, der schon seit einiger Zeit ständig in den Nachrichten und Medien erscheint. Vielleicht habt Ihr davon ja auch schon mal gehört und Euch gefragt, was das überhaupt bedeuten soll und weshalb darüber so viel diskutiert wird. Wir haben für Euch mal die wichtigsten Fakten zusammengefasst, um Euch die Thematik etwas verständlicher zu machen.

Was bedeutet Political Correctness eigentlich?

Übersetzt bedeutet Political Correctness (kurz: PC) „Politische Korrektheit“. Einfach gesagt, geht es bei dem Begriff um eine Ausdrucksweise. Denn es gibt Wörter oder Bezeichnungen, die andere Leute diskriminieren. Sie werden also aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe, ihres Geschlechts oder einer körperlichen oder geistigen Einschränkung anders bzw. schlechter behandelt und mit negativen Ausdrücken versehen. Durch politische Korrektheit, sollen diese Ausdrücke vermieden werden. Die Bezeichnung „Political Correctness“ gibt es eigentlich schon seit vielen Jahren, so richtig für Aufregung sorgte sie allerdings erst in letzter Zeit. Woher der Begriff ursprünglich stammt, was er bedeutet und weshalb Political Correctness so wichtig ist, wird im folgenden Video kurz und knapp erklärt:

Wie sieht diese Korrektheit denn aus?

In Amerika haben sich vor allem afrikanische Amerikaner dagegen gewehrt, als „Neger“ oder „Nigger“ bezeichnet zu werden. Stattdessen werden sie mittlerweile als „Schwarze“ oder „Farbige“ bezeichnet. Die Worte „Neger“ und „Nigger“ haben heute etwas beleidigendes und sollten deshalb vermieden werden. Das gilt auch für das Wort „Penner“, womit die Leute bezeichnet worden sind, die auf der Straße leben. Da auch das dieser Ausdruck negativ belastet ist, sollte man stattdessen besser „Obdachlose/-r“ oder noch besser „Wohnungslose/-r“ sagen. Das derzeit meist diskutierte Thema hängt allerdings mit der Unterscheidung zwischen Mann und Frau zusammen. Viele Bezeichnungen schließen die Frauen nicht automatisch mit ein. Ein Beispiel: die Bevölkerung der Schweiz nennt man allgemein „Schweizer“. Da dies aber grammatisch gesehen eine männliche Form ist, schließt diese die Frauen nicht automatisch mit ein. Es müsste also heißen: „Schweizerinnen und Schweizer“. In vielen Anreden, beispielsweise in Briefen oder Emails, wird diese Schreibweise auch umgesetzt. Da steht dann z.B. „Liebe Schülerinnen und Schüler“. Für solche schriftlichen Dinge, gibt es auch noch alternative Schreibweisen. Man könnte auch „Liebe SchülerInnen“ schreiben. Vielleicht ist Euch das hier bei Mg-Act schon einmal aufgefallen, denn wir verwenden auch das große „I“. „Liebe Schüler*innen“ oder „Liebe Schüler_innen“ geht aber auch. Die Diskussion über diese Korrektheit ging so weit, dass sogar die Straßenverkehrsordnung deswegen geändert worden ist. So wurden z.B. aus „Fußgängern“ die „zu Fuß Gehenden“ und aus „jeder Verkehrsteilnehmer“ wurde „wer am Verkehr teilnimmt“.

Warum die Diskussionen?

Hinter dieser Korrektheit steht also quasi das Ziel der Gleichberechtigung. Dennoch finden  aber nicht alle Political Correctness gut. Am häufigsten wird kritisiert, dass insbesondere die unterschiedlichen Schreibweisen zu lang und aufwendig seien. Vielen ist das einfach zu umständlich. Außerdem sind viele Leute der Meinung, dass die Politik sich lieber mit „wichtigeren“ Themen beschäftigen sollte. Dabei ist der Hintergedanke gar nicht so schlecht: durch veränderte Bezeichnungen, soll sich auch das Ansehen und das Selbstbewusstsein der betroffenen Menschen stärken. So könnte sich auch ihre allgemeine Situation verbessern. Aber: KritikerInnen sagen, dass sich nicht nur die Ausdrucksweise ändern muss, sondern auch die innere Haltung der Leute, die diese Begriffe verwenden. Haltung und Ausdrucksweise müssen dafür übereinstimmen. Wenn Ihr mal wissen wollt, was die Leute, die sich eine solche Ausdrucksweise anhören müssen, eigentlich von der ganzen PC-Sache halten, dann schaut euch doch mal das kurze Interview mit Adiam Tesfe an:

Im YouTube Channel von INFORMR findet Ihr auch noch zwei andere Interviews zur PC.

Vielleicht ist Political Correctness aber ein guter Anfang, um etwas zu verändern. Wie steht Ihr denn zu dem Thema? Findet Ihr das gut oder nervt Euch der ganze Correctness-Hype eher? Erzählt uns in den Kommentaren gerne von Euren Erfahrungen oder Ansichten.

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