Straight Outta China

In Beiträge, Magazin, Musik & Spiele by Alina KoppLeave a Comment

Battles, Bitches und Bling Bling. Hip Hop ist nicht nur im Westen auf dem Vormarsch, auch in China brodelt längst nicht mehr nur der Untergrund. Quasi über Nacht wurde die Musik dort in den Mainstream katapultiert und hat viele neue Fans gewonnen. Doch leider gibt es auch einen nicht zu unterschätzenden Feind, der die Hip Hop Kultur am liebsten wieder in die Bedeutungslosigkeit verbannen möchte: Die chinesische Kulturbehörde.

Der Vormarsch des Hip Hop in China

Aber spulen wir mal an den Anfang. Hip Hop hat 2017 einen kometenhaften Aufstieg hingelegt und das ist vor allem „Rap of China“ zu verdanken. Das ist eine Art Casting-Show, in der RapperInnen aus dem ganzen Land Runde für Runde gegeneinander antreten bis nur noch eine GewinnerIn übrig bleibt. Ein unschlagbares Konzept, man kennt es. Das Format wurde über 2,5 Milliarden (!) mal angeklickt und die teilnehmenden RapperInnen wie PG One oder Bridge im ganzen Land berühmt.

Da ließ die Kulturbehörde nicht lange auf sich warten. Dass Zensur in China ein beliebtes Mittel ist, unliebsame Inhalte aus den Medien zu tilgen, ist kein Geheimnis und so hat es nun auch chinesische Rap-Artists getroffen. „Vulgär, geschmacklos und obszön“ seien diese; Tattoos, teuere Accessoires sind aus dem Staatsfernsehen verbannt und werden höchstens noch verpixelt gezeigt.

Aber was ist eigentlich dein Problem, China? Im Reich der Mitte wird sehr darauf geachtet, dass ein harmonisches und traditionelles Bild vom Leben dort gezeichnet wird. Da passen tätowierte RapperInnen, die über Drogenkonsum, Geld und soziale Probleme reden wohl einfach nicht so gut rein.

Was bedeutet das für die KünstlerInnen?

Es gibt die einen, die sich entschuldigen und versuchen möglichst bereinigte Texte zu schreiben, wie „Rap of China“-Gewinner PG One. Es gibt jedoch auch noch Hoffnung: Die Higher Brothers, eine der erfolgreichsten Rap-Crews in China, haben sich mit anderen asiatischen Hip Hop Stars, wie Keith Ape aus Südkorea oder dem Indonesier Rich Brian zusammengetan und das Label 88rising gegründet. Gemeinsam versuchen sie Hip Hop nicht nur im asiatischen Raum zu pushen, sondern auch mehr Austausch mit internationalen KünstlerInnen herzustellen. So haben sie schon Features mit RapperInnen wie Playboi Carti und Ski Mask The Slump God an Land gezogen und generieren damit Millionen von Klicks bei YouTube (das übrigens auch in China verboten ist). Hip Hop lässt sich eben doch nicht so leicht unterkriegen.

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