Unternimmt Netflix etwas gegen den Trend des Account-Sharing?

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Das Fernsehen gab uns immer vor, welche Programme wir schauen können und wann. Dann irgendwann begann eine neue Ära: Streaming-Dienste entstanden und mit ihnen natürlich auch Netflix. Damit sind unserem Konsum nun keine Grenzen mehr gesetzt. Das Prinzip funktioniert: Aktuell nutzen rund 130 Millionen ZuschauerInnen den Streaming Dienst und in den nächsten Jahren werden noch mehr erwartet. Natürlich steht Netflix aber auch in Konkurrenz, denn viele andere Streaming-Dienste wollen ebenfalls etwas vom Kuchen abhaben. Netflix scheint darüber jedoch nicht weiter besorgt zu sein bzw. geht weiter in die Offensive: Noch mehr und noch besseres Entertainment muss her! Jährlich investieren sie immer mehr Geld in Eigenproduktionen um ihre Beliebtheit zu steigern und scheuen sich auch nicht davor, Schulden aufzunehmen, denn das Geld wird ja sowieso wieder zurückkommen.

Als einer der ersten Streaming-Dienste verwöhnt uns Netflix bis heute mit einer großen Auswahl an Entertainment.

Schwierige Situation für NutzerInnen?

Für die ZuschauerInnen gibt es das ganze Paket Netflix gegen eine monatliche Gebühr im Abonnement. Bei verschiedenen Preiskategorien können wir uns zwischen einem eigenen und einem geteilten Account entscheiden – soweit zumindest in der Praxis. Denn trotz der verschiedenen Abo-Modelle, hat Netflix klar und deutlich in seinen Nutzungsbedingungen vermerkt, dass die Mehrfachnutzung nur in einem gemeinsamen Haushalt zugelassen ist. Zwei FreundInnen, die an verschiedenen Orten wohnen und gleichzeitig auf dem gleichen Netflix-Account aktiv sind, werden in der Theorie also nicht von Netflix geduldet. Bisher gab es hierzu keine weiteren Konsequenzen, doch nun geistern Artikel im Netz, die das baldige Ende des Account-Sharing vorhersagen. Grund dafür ist ein neues Tool zur Analyse von Nutzerverhalten von dem Unternehmen Synamedia, das vor kurzem auf der Elektronikmesse in Las Vegas vorgestellt wurde. Im Falle von Netflix könnte das Programm auswerten, wie viele NutzerInnen einen gemeinsamen Account verwenden und von welchen Orten das passiert. Zukünftig könnte Netflix somit also das Account-Sharing erkennen und verhindern.

Aufatmen für Account-Sharing

Erst einmal steht es offen, ob Netflix dieses Programm überhaupt nutzen wird. Auch an einem Unternehmen wie Synamedia geht der Netflix-Boom nicht vorbei und so werden sie wahrscheinlich einen teuren Preis für ihr Programm verlangen. Ob Netflix also darauf eingeht ist nicht sicher, zu analysieren gäbe es auf jeden Fall eine Menge. In den Nutzungsbedingungen legt sich Netflix zudem auch nicht fest:  Das Teilen innerhalb eines Haushalts sei erlaubt, ein Verbot zur Weitergabe ist nicht angegeben, lediglich die Nutzung Unbefugter solle vermieden werden. Nun rufen zudem die Account-Modelle von Netflix zu genau diesem Sharing auf. Wer kauft sich schon einen Account für mehrere ZuschauerInnen nur für sich alleine? Niemand. Bevor Netflix also anfängt das Account-Sharing zu verbieten, werden zunächst einige Änderungen ihrer Nutzungsbedingungen von Nöten sein oder gar die Beschränkung auf einen Account pro ZuschauerIn. Ob die sich das jedoch gefallen lassen würden wäre fraglich und durch das Kündigungsrecht zu jeder Zeit würde Netflix die Auswirkungen also direkt spüren können. Eine Abschaffung des Account-Sharing ist erst einmal also nicht zu erwarten, trotzdem ist das Thema aber noch nicht abgeschlossen und es heißt nun: Tee trinken und abwarten oder halt: Netflix und chillen.


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