Wie Katz und Maus: Youtube und der Datenschutz

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YouTube – nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken. Seit 2005 gibt es die Plattform zum Austausch von Videos und obwohl dies eine gar nicht mal so lange Zeit ist, könnten wir sie ja schon fast zu den Großeltern der Plattformen zählen. Und sie ist immer noch total beliebt: Jeden Tag werden in einer Minute sage und schreibe 500 Videos hochgeladen. Dabei wird die Plattform ganz unterschiedlich genutzt: Manchmal eher professionell zum Upload eigener Videos wie die bekannten YouTuberInnen Bibis Beauty Palace, Dagi Bee, Gronkh und Co. es machen und manche laden Videos eher zum Spaß und Vergnügen hoch. Und dann gibt es da noch die breite Masse von Zuschauenden, die sich das ganze Spektakel ansehen, so zumindest erzählen es die Klicks. Ob wir nach einem alten Song suchen, bei einem Game nicht weiter kommen oder in Mathe mal keine Ahnung haben, dann kann Youtube weiterhelfen. So viele Angebote, für alle scheint etwas dabei zu sein und das ganze sogar kostenlos… oder?

Aufmerksamkeit und Daten als Zahlungsmittel

Kostenlos ist es leider nicht ganz. Zwar verlangt YouTube kein Geld für die Nutzung, dafür profitiert es aber von unserer Aufmerksamkeit und unseren Daten. Hier schauen wir uns zum einen alle die recht lästige Werbung vor und während der Videos an, die immer länger zu werden scheint und oft gar nicht mehr übersprungen werden kann, blöd! Unternehmen bezahlen also YouTube, damit über die gezeigte Werbung zeigt hoffentlich etwas gekauft wird. Zum anderen speichert YouTube jeden unserer Schritte durch Cookies: Damit sind keine übrig gebliebenen Kekse von Weihnachten gemeint, sondern kleine Textdateien, denn alle InternetnutzerInnnen hinterlassen digitale Fußabdrücke. Das wird uns sogar mitgeteilt durch die kleinen Pop-Up Fenster die erst verschwinden, wenn diese endlich ein OK bekommen haben. Diese gesammelten Daten werden dann auch für Werbezwecke zur Auswertung an Google weitergeleitet, denn beide Unternehmen gehören seit 2006 zusammen. Daraus erstellt und erweitert Google automatische Algorithmen von Werbung für alle UserInnen. Das bedeutet für uns, dass wir noch passendere Werbung angezeigt bekommen. Genial und zweifelhaft zugleich macht Google jedoch Millionen damit, denn Unternehmen zahlen viel für erfolgreiche Werbung.

YouTube gehört zu Google.

Der Datenschutz als aktuelles Problem für YouTube

Auf YouTube schmeißen also viele mit verschiedenen Daten um sich wie mit Konfetti. Manchmal sind es unsere eigenen Ideen, also persönliche Daten, oftmals auch von anderen Personen und dann in sehr vielen Fällen urheberrechtlich geschützt. Das wird nun zu einem Problem, denn die EU hat ein neues Gesetz verfasst, bei dem Websites ab sofort selbst dafür haften, was ihre UserInnen verbreiten. Urheberrechtlich geschützt sind meistens Werke wie Musik, Film, Text etc. und das mit gutem Grund: Der/die KünstlerIn eines Werkes möchte selbst darüber entscheiden, wer das Werk wie nutzt und weitergibt und verlangt für diese Nutzung Geld. Also heißt es: Entweder muss YouTube alle Daten löschen, die Urheberrechte verletzen oder wird zur Kasse gebeten. Daraufhin verfasste die YouTube-Chefin im Oktober des letzten Jahres ein Schreiben gegen diesen neuen Gesetzesartikel und rief zum Protest auf. Viel Aufruhr gab es seitdem um die Einschränkung von Meinungsfreiheit innerhalb der Community, denn viele YouTuberInnen wollen sich die beliebte Videoplattform nicht aus ihrem Alltag wegdenken. Es wirkt, als würde der Kampf mit dem Datenschutz an sie weitergegeben, schließlich sind sie die NutzerInnen und YouTube hält sich im Hintergrund. Hierbei darf jedoch nicht vergessen werden, dass YouTube genauso in der Verantwortung steht, immerhin profitiert es von allem was auf der Plattform passiert. Von welchem Standpunkt man es nun betrachtet, endgültig steht trotzdem noch nichts fest. Erst im Mai soll über das Schicksal von YouTube entschieden werden und dabei ist sich das Justizministerium sicher, einen Kompromiss mit dem Unternehmen zu finden. Also bis dahin bleibt nur abwarten und Tee trinken und bitte keine allzu großen Sorgen machen.

Interesse am Thema bekommen? Wenn Ihr noch mehr darüber erfahren wollt, dann schaut Euch doch einmal dieses Video an. Hier wird nochmal alles sehr ausführlich erklärt.

Ansonsten schreibt uns doch gerne in die Kommentare, welche Meinung ihr zu dieser ganzen Debatte habt

 

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